Der Begriff "Chemotherapie" bezeichnet eine medizinische Behandlungsmethode, bei der mittels eines medikamentösen Wirkstoffs versucht wird, schädliche Zellen im menschlichen Körper zu bekämpfen. Eine Variante der Chemotherapie, die vielen Menschen schon im alltäglichen Leben begegnet ist, verwendet beispielsweise Antibiotika, um Infektionskrankheiten zu behandeln. Wesentlich bekannter ist der Begriff jedoch aus dem Feld der Krebsheilung.


Medikamente für eine Chemotherapie

In der Krebsbehandlung werden bei einer Chemotherapie dem Patienten Wirkstoffe verabreicht, die das Krebsgewebe gezielt in seinem Wachstum hemmen und/oder gänzlich abtöten sollen. In der Pharmazeutik existiert eine Vielzahl von Medikamenten, die im Rahmen von Chemotherapien zum Einsatz kommen. In vielen Fällen baut die Behandlung auf eine Kombination mehrerer Wirkstoffe, um eine höhere Wirksamkeit zu erzielen. Jedoch zeigt eine Kombinationstherapie nicht notwendigerweise die besseren Behandlungsergebnisse.

Bei den Medikamenten, die zur Bekämpfung von Krebs genutzt werden, wird traditionell zwischen zwei Typen unterschieden: Zytotoxine und Zytostatika. Ein Zytotoxikum zielt darauf an, die bösartigen Zellen vollständig abzutöten. Ein Zytostatikum hingegen bewirkt eine Eindämmung des Zellwachstums, sodass sich das Krebsgewebe im Körper des Patienten nicht vermehren kann. Diese Aufteilung in die beiden Effekte ist aber nur akademischer Natur. Die Effekte überlappen sich, und viele der heutzutage eingesetzten Wirkstoffe übernehmen beide Rollen gleichzeitig. Daher werden im allgemeinen Sprachgebrauch nur noch die Begriffe Chemotherapeutikum (Mehrzahl: Chemotherapeutika) und Zytostatikum (Mehrzahl: Zytostatika) verwendet, wenn man über Medikamente spricht, die bei einer Chemotherapie eingesetzt werden.

Wichtig anzumerken ist, dass es auch andere Medikamente gibt, die ebenfalls gegen Tumorzellen gerichtet sind, aber nicht zu den "klassischen" Chemotherapeutika gehören. Diese Medikamente haben in der Regel eine bestimmte Struktur als "Angriffsziel" in den Krebszellen und werden daher auch als zielgerichtete Medikamente bezeichnet. Leider gibt es im Sprachgebrauch keine einheitlichen Richtlinien für die Verwendung der Begriffe, so dass zum Teil auch Behandlungen mit zielgerichteten Medikamenten als Chemotherapie bezeichnet werden. Darüber hinaus wird zum Teil jede Behandlung mit Medikamenten ("chemische Stoffe") – wie zum Beispiel Antibiotika – als Chemotherapie bezeichnet.

Für die Verständigung zwischen Arzt und Patient in der Onkologie ist es sinnvoll, bei medikamentösen Therapien mit Zytostatika/Chemotherapeutika von einer Chemotherapie zu sprechen und bei anderen Medikamenten auf deren Zweck hinzuweisen, wie zum Beispiel zielgerichtete Therapie, Immuntherapie oder unterstützende Therapie.


Behandlungsergänzende Diagnostik durch TherapySelect

TherapySelect ist ein medizintechnisches Unternehmen, das diagnostische Untersuchungen für Krebspatienten durchführt. Die Untersuchungen sind als ergänzende Maßnahme zur regulären Betreuung durch den behandelnden Arzt zu verstehen. In diesem Rahmen hilft unsere Diagnostik, eine geeignete Therapie für den jeweiligen Patienten festzulegen. Im Zusammenhang mit der Chemotherapie bedeutet dies insbesondere, zu entscheiden, welche Medikamente im individuellen Fall den größten Behandlungserfolg versprechen.

Mögliche Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Die Chemotherapie ist eine aggressive, aber in vielen Fällen notwendige Behandlungsmethode, um einen Krebstumor zu bekämpfen. Die verabreichten Medikamente schlagen gezielt auf die sich besonders schnell teilenden Krebszellen an, um diese einzudämmen beziehungsweise abzutöten. Hierbei werden jedoch auch "teilungsfreudige" gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen, was diverse Nebenwirkungen nach sich ziehen kann.

Zu den potenziellen Nebenwirkungen einer Chemotherapie zählen Haarausfall, Schleimhautentzündungen, anhaltende Übelkeit, Erschöpfung sowie negative Veränderungen im Blutbild. Die einzelnen Symptome treten unabhängig voneinander und in variabler Intensität auf – hierbei kommt es auf mehrere Faktoren wie die konkrete Therapieart und die individuelle Verträglichkeit des jeweiligen Patienten an. Zudem bildet die Mehrzahl der Patienten im Verlauf der Therapie eine Anämie (Blutarmut) aus.


Weitere Therapieansätze

Grundsätzlich existieren neben der Chemotherapie noch zwei weitere Ansätze zur Bekämpfung von Krebserkrankungen:
  • Bei der chirurgischen Operation wird versucht, den Tumor auf mechanischem Wege aus dem Körper zu entfernen.
  • Die Strahlentherapie hingegen setzt auf den Einfluss ionisierender Strahlung, um das Krebsgewebe zu zerstören.

Beide Therapieansätze behandeln im Körper gezielt bestimmte Bereiche. Daher sind diese Behandlungen besonders sinnvoll, wenn der Tumor noch nicht im Körper "gewandert" ist beziehungsweise sich weiter ausgebreitet hat. Haben Krebszellen bereits die Stelle der Ersterkrankung verlassen, macht es Sinn, diese Therapien mit der Chemotherapie zu kombinieren. So kann die Chemotherapie in Kombination mit einer Strahlenbehandlung (Radiochemotherapie) oder der Operation eingesetzt werden. Aber auch eine Kombination aller drei Therapieansätze besteht. Die Entscheidung, welche Therapieformen Verwendung finden, müssen für jeden Patienten einzeln entschieden werden, wobei der behandelnde Arzt dies mit dem Patienten abstimmt.

Ein weiteres, äußerst erfolgversprechendes Verfahren befindet sich zurzeit noch im Entwicklungsstadium:

  • Die Immuntherapie gegen Krebs. Sie zielt darauf ab, das Abwehrsystem des Körpers so zu beeinflussen, dass es die Krebszellen als Fremdkörper erkennt und angreift.

Bestimmung der Erfolgsaussichten

Um die medikamentöse Therapie für die von uns betreuten Patienten zu bestimmen, setzen wir auf zwei bewährte und anerkannte Testverfahren:
  • Im Rahmen des Chemotherapie-Resistenz-Tests (CTR-Test®) wird ein zu prüfendes Medikament direkt auf lebende Krebszellen angewandt, um mit großer Zuverlässigkeit vorherzusagen, ob der Krebs gegen den Wirkstoff resistent ist.
  • Der Test PCDx™ wertet eine Vielzahl von Biomarkern (biologischen Kennwerten) des Krebsgewebes aus und lässt daraus Schlussfolgerungen auf erfolgversprechende Therapieformen zu.

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Sep 7, 2016 By Dr. Frank Kischkel